„De Schimmelrieder“ kehrt nach Nordfriesland zurück
Vom 9. bis 20. September 2026 wird die preisgekrönte Inszenierung „De Schimmelrieder“ nach der Novelle von Theodor Storm als Open-Air-Version im Hochdorfer Garten in Tating aufgeführt. Die Geschichte des Schimmelreiters ist untrennbar mit der nordfriesischen Küstenlandschaft verbunden. Deichbau, Sturmfluten und das Leben an der Nordsee prägen bis heute die Kultur der Region. Das Schauspielensemble der erfolgreichen Ohnsorg-Theater-Produktion mit Kristina Bremer, Stephan Möller-Titel und Marco Reimers bringt die Inszenierung auf eigene Initiative an ihren ursprünglichen Handlungsort zurück. Geplant sind zehn Abendvorstellungen sowie drei Schulvorstellungen unter freiem Himmel in Nordfriesland.
Besondere Bedeutung erhält das Projekt durch die Mitwirkung von Marco Reimers, der seit November 2025 in der zweiten Spielserie die Rolle des Hauke Haien übernimmt. Als gebürtiger Nordfriese/ Tatinger entstand während der Wiederaufnahmeproben die Idee, die Inszenierung in seine Heimat zu bringen – dorthin, wo die Geschichte ihren Ursprung hat. Die Hamburger Morgenpost bezeichnete die Produktion als „fantasievoll, packend und großartig“.
Die Handlung erzählt von dem legendären Reiter auf einem weißen Pferd, der in stürmischen Nächten an der nordfriesischen Küste erscheinen soll. Er erinnert an Hauke Haien, einen visionären Deichgrafen, der die gewaltige Kraft des Meeres erkannte und ein neuartiges Modell für den Deichbau entwickelte. Trotz seines Wissens und seiner Weitsicht begegnete ihm die Dorfgemeinschaft mit Misstrauen und Ablehnung. Theodor Storms Novelle behandelt zeitlose Themen wie Fortschritt und Erneuerung, Angst vor Veränderung, Selbstüberschätzung und die unberechenbare Macht der Natur. Angesichts steigender Meeresspiegel und zunehmender Sturmereignisse besitzt die Geschichte heute eine besondere Aktualität.
Die Inszenierung von Ingo Putz setzt auf eine reduzierte, konzentrierte Form. In rund 80 Minuten übernimmt Marco Reimers durchgehend die Rolle des Hauke Haien, während Kristina Bremer und Stephan Möller-Titel mit wenigen Kostümteilen zwischen zahlreichen Figuren wechseln und zugleich die Erzählebenen gestalten. Die Erzählpassagen werden in Storms Originalsprache auf Hochdeutsch gesprochen, die Dialoge hingegen auf Plattdeutsch. Damit greift die Bühnenfassung die historische Realität auf, dass die Menschen in Nordfriesland zur Zeit der Handlung überwiegend Plattdeutsch sprachen. Die plattdeutsche Übersetzung stammt von Cornelia Ehlers.
Das Bühnenbild von Yvonne Marcour besteht aus einem langgezogenen, knöcheltief mit Wasser gefüllten Becken. Das Wasser wird zum zentralen Symbol der Inszenierung und steht für die allgegenwärtige Präsenz und Unberechenbarkeit der Nordsee. Nebel, Licht und Musik schaffen eindrucksvolle Bilder und machen die Wucht der Naturgewalten unmittelbar erfahrbar. Mit wenigen Requisiten wie Sandsäcken, Steinen, Wolltüchern, Schnapsgläsern und Kreide entstehen die verschiedenen Schauplätze der Handlung – von der Hofstatt über die Wohnstube und das Ehebett bis hin zu Kneipe, Friedhof und Deich. Die Konzentration auf ein kleines Ensemble und ein reduziertes Bühnenbild verleiht dem Stück eine besondere Intensität.
Die Aufführungen in Tating verbinden Literatur, Landschaft, regionale Geschichte und die plattdeutsche Sprache zu einem einzigartigen Theatererlebnis. Die geplanten Schulvorstellungen ermöglichen darüber hinaus jungen Menschen einen lebendigen Zugang zu Literatur, Theater, Sprache und regionaler Kulturgeschichte. Die Produktion wurde 2024 mit dem Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares in der Kategorie „Herausragende Bühne und Regie“ ausgezeichnet.
„De Schimmelrieder“ basiert auf einer Bühnenfassung von Ingo Putz und der plattdeutschen Übersetzung von Cornelia Ehlers. Die Regie liegt bei Ingo Putz, Bühne und Kostüme stammen von Yvonne Marcour, Dramaturgie von Anke Kell und die Regieassistenz von Judith Weßbecher. Die Premiere der Inszenierung fand am 16. März 2024 statt. Die Aufführungen in Nordfriesland werden als Produktion des Ohnsorg-Theaters Hamburg in Kooperation mit dem Heimatbund Landschaft Eiderstedt e. V. und der Richardsen-Bruchwitz-Stiftung realisiert. Das Projekt wird von zahlreichen Stiftungen und regionalen Partnern gefördert und unterstützt, darunter die Stiftung „Mien Moderspraak“, die Plattdüütsch Stiftung Sleswig-Holsteen, die Brunswiker Stiftung, die Henriette und Wilhelm Schmidt-Engels-Stiftung, die Hans Uwe Carstens Stiftung, die Elfriede und Hermann Hübner Stiftung sowie die Nord-Ostsee Sparkasse, Edeka St. Peter-Ording, die Itzehoer Versicherung, der Rotary Club Eiderstedt–St. Peter-Ording, die IG Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen sowie das Tischler-Hus Tating.
NORDFRIESLAND PREMIERE Mi. 9. September 2026, 19:30 Uhr im Hochdorfer Garten
Karten nur an der Abendkasse
WEITERE AUFFÜHRUNGEN Do. 10.09. | Fr. 11.09. | Sa. 12.09. | So. 13.09. | Mi. 16.09 | Do. 17.09. | Fr. 18.09. | Sa. 19.09. | So. 20.09. jeweils 19:30 Uhr, sonntags 16:00 Uhr
SCHULVORSTELLUNGEN Fr. 11.09. | Do. 17.09. | Fr. 18.09. jeweils 10:00 Uhr
TICKETS 25 Euro, ermäßigt 15 Euro, 3 Euro (Schüler:innen)
Die Schulvorstellung sind gefördert durch die Stiftung „Mien Moderspraak“ und der Plattdüütsch Stiftung Sleswig-Holsteen. SPIELORT Hochdorfer Garten, Hochdorfer Weg 1, 25881 Tating | hochdorfer-garten.de SPIELDAUER ca. 80 Minuten, ohne Pause Eine Produk
Einlass: 1h vorher, freie Platzwahl
Hinweis zum Wetter: Wer Storms Novelle kennt, weiß das es dabei um besondere Wetterlagen geht. Wir sind auf alles gefasst und spielen solange die Sicherheit für alle gewährleistet ist. Und denkt immer dran: Das Schönste beim Regen, das meiste fällt daneben. Für alle die ihr Regencape vergessen haben, stellen wir solche zur Verfügung. Wir bitten auf Regenschirme aufgrund der Sichtlinien für alle Zuschauer zu verzichten.
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